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Facharzt für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie
Dr. med. Dr. med. dent. Alexander Ullrich

Parodontologie

Entzündlich bedingte Erkrankungen des Zahnhalteapparates (Parodont) zählen zu den häufigsten Erkrankungen der Bevölkerung. Neben Wirtsbakterien spielen immunlogische und genetische Faktoren bei der Entstehung der Parodontitis eine Rolle. Die Bedeutung von unterschiedlichen Faktoren bei der Krankheitsentstehung wird auch als multifaktorielle Genese bezeichnet.

Die die Parodontitis verursachenden Bakterien nehmen aber eine Schlüsselstellung bei der Krankheitsentstehung ein. Eine entzündliche Erkrankung des Zahnhalteapparates kann unabhängig vom Alter des Patienten einen oder mehrere Zähne gleichzeitig betreffen. Häufig können bakterielle Ablagerungen bei der Zahnpflege durch Bürsten mit der Zahnbürste oder durch Zahnseide oder andere Reinigungshilfsmittel nicht vollständig entfernt werden, so dass sich härtere Beläge, der sogenannte Zahnstein entwickelt. Im Rahmen des Entzündungsprozesses des Zahnfleisches kommt es zu Rötung , Schwellung und Blutungsneigung. Wird dieses Stadium nicht professionell vom Zahnarzt oder Chirurgen behandelt, kommt es zur Erkrankung der Zahnhaltefasern und des Kieferknochens. Im weiteren Verlauf verlieren die betroffenen Zähne ihren intakten Zahnhalteapparat , sie beginnen sich zu lockern und können schließlich verloren gehen.

Initialtherapie 

Initialtherapie

Bei allen Parodontalerkrankungen erfolgt zuerst eine ausführliche Anamnese und sorgfältige Befunderhebung. Neben klinischen und röntgenologischen Befunden ist vor allem die Messung der Zahnfleischtaschen zur Erhebung des parodontalen Screening Index erforderlich. Mit einer zahnärztlichen Sonde wird um jeden Zahn herum sondiert, die Tiefe der Zahnfleischtaschen wird ausgemessen und die Stärke einer eventuellen Blutungsneigung des Zahnfleisches wird notiert. An Hand von Tabellen kann dann abgelesen werden, wie fortgeschritten die entsprechende Parodontalerkrankung des Patienten ist.          

 

Die Therapiemaßnahmen richten sich zum einen an die Verbesserung der häuslichen Mundhygiene und zum anderen an die Einleitung einer professionellen Zahnreinigung bei dem Hauszahnarzt oder weiterbehandelnden Chirurgen. Bei der anschließenden Parodontaltherapie werden unter örtlicher Betäubung die Zahnfleischtaschen und Wurzeloberflächen der behandelnden Zähne gründlich gereinigt. Mit speziellen Instrumenten können auch weiche und harte Beläge (Zahnplaques) an den Zähnen entfernt werden mit Glättung der Wurzeloberflächen. Minimalinvasive Operationsmethoden und der Einsatz von Laserchirurgie ermöglichen ein gewebeschonendes Vorgehen. Primäres Ziel der Behandlung ist die Entfernung oder Reduktion der Bakterien, die die parodontale Erkrankung verursachen.